Stalo se již každoroční tradicí, že počátkem jara vyjíždí studenti našeho gymnázia za svými německými partnery do jihobavorského Kaufbeuernu…

Hlavním úkolem osmidenního pobytu je procvičení němčiny, poznání země našich sousedů, ale též nalezení a prožívání toho, co je nám společné. Uzavřená přátelství, těžká loučení a přání setkat se ve dnech 23.6. – 1.7. v Jablonci dokazují, že nás pojí mnohé.

Schüleraustausch: Jablonec nad Nisou – Kaufbeuren

Treffen in Kaufbeuren
1. bis 29. April 2007

Samstag, 21.04.07

Jan Hübner – Wir trafen uns früh am Morgen in der Bahnhofshalle von Liberec, wo unsere lange Fahrt in Richtung Kaufbeuren (14 Stunden) begann. Da nichts im Leben ohne Schwierigkeiten abläuft, mussten wir einen Teil der Strecke mit dem Ersatzbus zurücklegen. Doch die Deutsche Bahn überraschte uns angenehm: die Züge einschließlich der Toiletten waren sauber. Ab und zu mussten wir umsteigen, aber um 19.27 Uhr konnten uns schließlich die Gastfamilien am Bahnhof in Kaufbeuren begrüßen.

Sonntag, 22.04.07

Petr Kabelka – Zum Glück gab es am Sonntag die Möglichkeit, sich richtig auszuschlafen, da wir keinen Grund zur Eile hatten. Nach einem sehr guten Mittagessen fanden sich zwei Gruppen zu unterschiedlichen Programmen. Meine Gruppe traf sich in Reginas Garten, wo die Teilnehmer Karten spielten. Danach gingen wir gemeinsam ein gutes und großes Eis essen. Gegen neun Uhr waren alle von den intensiven Gesprächen in der fremden Sprache erschöpft und verabschiedeten sich, um nach Hause zu gehen.

Monika Petrásková – Nach ausreichendem Schlaf erwartete uns das erste deutsche Frühstück. Dann trafen sich einige von uns und fuhren mit den Familien im Auto Richtung Neuschwanstein. Das Schloss ist weltberühmt und wird von vielen Touristen besucht. So mussten wir über eine Stunde auf die Besichtigung, die nur 15 Minuten dauern sollte, warten. Das romantisch wirkende Schloss stammt aus der Zeit Ludwigs II. Anschließend genossen wir die wunderschöne Aussicht von der Marienbrücke oberhalb des Schlosses. Die Brücke führt über den Fluss Pöllach, der in den Forggensee mündet. Nach der Rückkehr nach Hause erwartete uns ein Abendessen. In den meisten Familien wurde gegrillt. Danach gab es noch Gesellschaftsspiele und weitere Aktivitäten – natürlich alles in Deutsch.

Montag, 23.04.07

Jana Kopačíková, Kamila Kosinová – Am Morgen trafen wir uns im Jakob-Brucker-Gymnasium. Unser Programm begann damit, dass uns Herr Hübner das ganze Schulgebäude zeigte. Dabei durften wir sogar in einige Klassenzimmer hineinschauen, in denen gerade Unterricht stattfand. Anschließend wurden wir im Musiksaal feierlich vom Schulleiter, Herrn Altmann, und zwei Damen des Elternbeirats begrüßt. Zwei jüngere Schüler spielten mehrere Stücke für Klarinette und Klavier, was uns sehr gut gefiel. Dem Empfang schloss sich die sehr interessante Stadtführung mit Frau Zedlitz an. Unter anderem durften wir auf der alten Stadtmauer entlang gehen und von dort aus auf Kaufbeuren blicken.

Mittags fuhren wir mit dem Zug Richtung München. Zuerst führte uns Frau Gippner durch die Innenstadt: vom Bahnhof über den Stachus und den Marienplatz zum Hofgarten. Dann erhielten wir Zeit zur freien Verfügung. Bei Sonnenschein gingen wir shoppen oder in den Englischen Garten. Unser Programm endete mit einer Vernissage im Kulturzentrum Gasteig anlässlich einer Ausstellung des Tschechischen Zentrums über Peter Ginz, einen Prager Jungen, der in Auschwitz ermordet wurde und – wie Anne Frank – ein Tagebuch hinterlassen hat. In den späten Abendstunden kehrten wir nach Kaufbeuren zurück. Diesen Tag haben wir sehr intensiv erlebt – wie übrigens alle Tage unseres Aufenthalts in Deutschland.

Dienstag, 24.04.07

Hana Fejfarová, Veronika Schaabová – Am Morgen kamen wir in die Schule. Der Unterricht begann um 7.50 Uhr. Wir nahmen an zwei Unterrichtsstunden teil. Die erste Stunde hielt Herr Wonka zum Thema „Gablonz – Jablonec – Neugablonz“. Er erzählte uns von seinen persönlichen Erinnerungen. Wir erfuhren auch lustige Geschichten über den Beginn der Schulpartnerschaft, wobei der Fußball eine große Rolle spielte. Anschließend informierte uns Herr Weirich in einem spannenden Vortrag über die Gründung von Neugablonz auf dem Gebiet einer ehemaligen Dynamitfabrik. Danach gingen wir mit Frau Gippner ins Rathaus, wo uns der Oberbürgermeister, Herr Bosse, begrüßte und über eine Stunde lang mit uns sprach. Er erzählte uns von der Geschichte, der wirtschaftlichen Situation und den Städtepartnerschaften Kaufbeurens. Er sagte uns, dass unser Austausch auch eine wichtige politische Aufgabe hat, was uns sehr beeindruckt hat. Am Ende durften wir Fragen stellen. Auch die Presse war anwesend. Nach der Rückkehr in die Schule gingen wir in die neue Mensa zum Mittagessen: es gab Chili con Carne, Cordon Bleu oder Salat. Nachmittags konnten wir am Unterricht unserer Partner teilnehmen.

Mittwoch, 25.04.07

Václav Tolar – Der Tag begann mit einem bewegenden Vortrag von Herrn Knab über die Weiße Rose, eine Widerstandsbewegung Münchener Studenten während des Dritten Reiches. Am bekanntesten sind die Geschwister Hans und Sophie Scholl, die beide 1943 hingerichtet wurden. Dann gingen wir in die Mensa, wo Herr Jörger von der Europäischen Akademie Bayern ein langes Referat zum Thema „Die Türkei – ein Entwicklungsland vor den Toren der EU?“ hielt. Hier waren auch viele andere Schüler anwesend. Am Ende konnten wir wieder Fragen stellen. Danach fand ein gemeinsames Essen statt, das die Mutter meiner Austauschpartnerin, Frau Wagner, mit viel Liebe gekocht hatte. Es gab Paella. Der nächste Punkt im Programm war der lustige Film „Ice Age 2“ in deutscher Sprache mit deutschen Untertiteln, den eine Schülerfirma („Schulkino“) vorführte. Dann gingen wir zum Sport. Wir spielten bei sommerlichen Wetter Volleyball, Basketball und Fußball auf dem Sportplatz. Zum Abendessen waren die meisten von uns mit ihren Gastgebern in der Pizzeria Joey’s. Danach spielten wir Billard.

Donnerstag, 26.04.07

Zuzana Kraslová, Iva Kusáková – Wie jeden Tag standen wir früh auf, um in die Schule zu gehen. Dort war wieder ein buntes Programm für uns vorbereitet. Frau Gippner zeigte der 9. Klasse und uns Bilder von einer Studienfahrt nach Malta, das jetzt auch zur Europäischen Union gehört. Das war für uns interessant und lehrreich. Mit der Klasse 11d sprachen wir über interkulturelle Kommunikation und über deutsch-tschechische Beziehungen. Wir besprachen Texte über Länderstereotype, in denen gesagt wurde, dass für Deutsche Ordnung, Pünktlichkeit und genaue Pläne wichtig sind und dass Tschechen Sport und Improvisation mögen, aber sich nicht gerne an genaue Terminpläne halten. Die Fortsetzung der Diskussion folgt im Juni in Jablonec.

Um 10.24 Uhr fuhren wir mit dem Zug nach Lindau. Wir erreichten den Inselbahnhof kurz nach 12 Uhr. Die Altstadt von Lindau liegt nämlich auf einer Insel im Bodensee. Hier führte Frau Gippner uns durch die Stadt: wir sahen den Diebsturm, die romanische Peterskirche, das alte Rathaus, den Lindavia-Brunnen und das Wahrzeichen der Stadt, das Löwendenkmal am Hafen. Alles sah genauso aus wie in unserem Lehrbuch für Deutsch („Direkt“). Danach bekamen wir zwei Stunden frei. Einige von uns gingen noch einmal durch die Stadt, aber viele lagen in der Sonne, aßen ein Eis und machten Fotos. Nach dieser Pause kam eine Überraschung – eine Schiffsfahrt. Es war wirklich super. Denn wir fuhren bis nach Österreich und sahen die Bregenzer Seebühne. Auch das Schweizer Ufer konnten wir sehen. Die Sonne schien, das Wasser war frisch, ringsherum waren die mit Schnee bedeckten Alpen, und wir fotografierten und sonnten uns. Diese schöne Fahrt dauerte eine Stunde. Kurz nach 20 Uhr kehrten wir mit dem Zug nach Kaufbeuren zurück.

Freitag, 27.04.07

Nela Fischerová, Lucie Holásková – Am Morgen trafen wir uns wie immer in der Aula. Von hier aus gingen wir zur Bushaltestelle und fuhren nach Neugablonz. Wir spazierten durch die Stadt, sahen den Rüdiger-Brunnen, die Herz-Jesu-Kirche, das Porsche-Denkmal und den Neuen Markt. Frau Hofmann führte uns durch das Isergebirgsmuseum. Ihre Vorfahren kommen aus unserer Heimat. Sie machte uns mit der Geschichte der Glas- und Textilindustrie bekannt. Nach dem Zweiten Weltkrieg brachten die Glasmeister aus dem Isergebirge die Glaskunst nach Kaufbeuren. Wir sahen auch einen lehrreichen Film zu diesem Thema. Frau Hofmann war sehr hilfsbereit und freundlich.

Wieder in Kaufbeuren sahen wir den Film „Lost in Translation“ auf Deutsch mit deutschen Untertiteln. Hier ging es wieder um interkulturelle Kommunikation. Die Hauptpersonen sind fremd in Japan, können kein Japanisch und auch die japanische Schrift nicht lesen. Sie fühlen sich einsam und verlassen und verstehen nicht, was in ihrer Umgebung geschieht. So könnten sich auch manche Ausländer in Deutschland und Tschechien fühlen, aber es ist doch viel einfacher für uns. Wir haben die gleiche Schrift, wir können etwas Deutsch und unsere Kulturen sind sich ähnlicher.

Leider ist unser Aufenthalt schon fast vorbei.Es erwarten uns noch Samstag und Sonntag, der letzte Tag in unseren Familien und die Heimfahrt nach Jablonec nad Nisou.

Ein ganz großes Dankeschön allen Gastfamilien, Lehrern, Berteuern und vor allem auch Frau Gippner für die wunderschön verbrachte Woche! Wir freuen uns sehr auf den Besuch unserer Partner im Juni.